Die alljährliche und kürzlich veröffentlichte Erhebung des Schornsteinfegerhandwerks über den Heizungsbestand in Deutschland liegt vor. Sie basiert auf einer nahezu flächendeckenden Erfassung von rund 32,1 Millionen Feuerungsanlagen durch etwa 7.600 bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger und wird seit vielen Jahren regelmäßig veröffentlicht. Die Daten zeigen, dass der deutsche Heizungsbestand weiterhin stark von fossilen Energieträgern geprägt und in vielen Bereichen technisch überaltert ist. Gasfeuerungsanlagen bilden mit rund 14,8 Millionen Anlagen beziehungsweise 46,2 % die größte Gruppe, gefolgt von 11,7 Millionen Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe.
Hoher Anteil alter Heizungsanlagen
Besonders deutlich wird der Modernisierungsbedarf beim Alter der Anlagen. Bei den regelmäßig messpflichtigen Ölheizungen sind mehr als 86 % älter als 20 Jahre; über 886.000 Anlagen stammen sogar aus den Jahren 1990 bis 1994. Bei den messpflichtigen Gasheizungen sind rund 66 % der etwa 5,17 Millionen Anlagen älter als 20 Jahre. Zusätzlich haben bei rund 1,4 Millionen der 11,7 Millionen Einzelraumfeuerstätten bereits gesetzliche Fristen zur Nachrüstung oder Außerbetriebnahme nach § 26 der 1. BImSchV gegriffen.
Auch der Vergleich zwischen Heizwert- und Brennwerttechnik verdeutlicht den Sanierungsstau. Rund 8,85 Millionen Gasheizungen arbeiten mit Brennwerttechnik, gleichzeitig sind noch etwa 6 Millionen Gas-Heizwertgeräte in Betrieb. Bei Ölheizungen stehen rund 3,7 Millionen ältere Heizwertanlagen lediglich etwa 0,99 Millionen Brennwertgeräten gegenüber. Bei mechanisch beschickten Festbrennstoffanlagen haben sich dagegen Pelletheizungen mit 467.660 Anlagen deutlich gegenüber Kohlefeuerungen mit nur noch 1.460 Anlagen durchgesetzt.
Im Segment der nicht-fossilen Verbrennungsheizungen verzeichneten Zentralheizungen für feste Brennstoffe wie Pellets, Scheitholz oder Hackschnitzel im Jahr 2025 einen leichten Anstieg auf einen Bestand von fast 1,16 Millionen Anlagen, wobei hervorragende 97 % der mechanisch beschickten Holzheizungen die strengen Grenzwerte der 1. BImSchV mühelos einhielten. Obwohl emissionsfreie Systeme wie Wärmepumpen in der Schornsteinfeger-Statistik gar nicht direkt erfasst werden , schlägt sich deren verstärkter Zubau indirekt in einem Rückgang des fossilen Bestands nieder. So verringerte sich die Gesamtzahl der Öl- und Gasheizungen im Jahr 2025 um etwa 2 % von rund 19,9 Millionen auf knapp 19,5 Millionen Anlagen. Innerhalb dieses schrumpfenden Bestands setzt sich zudem der qualitative Strukturwandel fort, indem klassische Öl-Heizwertkessel kontinuierlich weiter abnehmen, während moderne Brennwertgeräte mit bereits rund 8,85 Millionen Gas- und knapp 1 Million Öl-Brennwertanlagen das Feld dominieren.
Fast eine Million festgestellte Mängel
Die Überprüfungen nach der 1. BImSchV und der Kehr- und Überprüfungsordnung dokumentierten 2025 insgesamt 953.600 Mängel. Davon entfielen 471.800 auf Anlagen mit gasförmigen Brennstoffen, 369.700 auf feste Brennstoffe und 112.400 auf flüssige Brennstoffe. Besonders häufig wurden Mängel unmittelbar an den Feuerstätten festgestellt.
Ein erheblicher Sicherheitsaspekt ergibt sich aus den Kohlenmonoxidmessungen. Von mehr als 9,2 Millionen überprüften Gasfeuerungsanlagen lagen rund 9 Millionen unter 500 ppm. Bei 105.770 Anlagen wurden jedoch Werte zwischen 500 und 1.000 ppm festgestellt, während bei 76.250 Gasfeuerstätten CO-Konzentrationen von mehr als 1.000 ppm gemessen wurden.
Auch bei Ölheizungen zeigten sich relevante Abweichungen: Bei 31.720 Anlagen wurden die zulässigen Abgasverluste überschritten, 18.200 Anlagen verfehlten die Anforderungen an die Rußzahl und 8.710 Anlagen wiesen erhöhte CO-Werte auf. Bei handbeschickten Festbrennstoffanlagen wurden etwa 7 %, bei mechanisch beschickten Anlagen rund 3 % der geprüften Systeme beanstandet.
Differenziert nach der Art der Aufgabenwahrnehmung wurden 570.300 dieser Mängel im Rahmen hoheitlicher Tätigkeiten und 383.300 bei allgemeinen Schornsteinfegertätigkeiten festgestellt. Ergänzend zur Kontrolle der Feuerungsanlagen erfasste das Schornsteinfegerhandwerk im Jahr 2025 über 60.000 Mängel an Lüftungsanlagen. Zu den häufigsten spezifischen Abweichungen zählten hierbei fehlerhafte oder beschädigte Lüftungsöffnungen (13.200) sowie Mängel an Lüftern (9.600), während sonstige nicht kategorisierte Mängel mit 24.200 Fällen den größten Posten bildeten.
Fazit
Die Erhebung 2025 macht deutlich, dass in Deutschland weiterhin ein erheblicher Modernisierungs- und Sanierungsbedarf im Heizungsbestand besteht. Ein großer Teil der Öl- und Gasheizungen ist älter als 20 Jahre, während gleichzeitig eine hohe Zahl technischer, emissionsbezogener und sicherheitsrelevanter Mängel festgestellt wird. Heizungsmodernisierungen müssen deshalb häufig gemeinsam mit Maßnahmen an Abgasanlagen, Verbrennungsluftversorgung und Lüftung betrachtet werden. Die Ergebnisse unterstreichen damit die Bedeutung einer systematischen Erneuerung des Gebäudebestands und einer auf das gesamte Gebäude ausgerichteten Energieberatung.
Die Erhebung des Schornsteinfegerhandwerks 2025 basiert auf der flächendeckenden Erfassung von rund 32,1 Millionen Feuerungsanlagen durch etwa 7.600 bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger. Die Daten zeigen, dass der deutsche Heizungsbestand weiterhin stark von fossilen Energieträgern geprägt und in vielen Bereichen technisch überaltert ist. Gasfeuerungsanlagen bilden mit rund 14,8 Millionen Anlagen beziehungsweise 46,2 % die größte Gruppe, gefolgt von 11,7 Millionen Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe.