Der deutsche Heizungsmarkt befindet sich in einer Phase einer sehr großen Umwälzung und im Übergang von der fossilen Verbrennung zur nachhaltigen und regenerativen Energienutzung.  Da der Neubau infolge der anhaltenden Baukrise weitgehend zum Erliegen gekommen ist, spielt sich das gesamte Marktgeschehen fast ausschließlich im Gebäudebestand ab. Die Modernisierung alter Einfamilienhäuser und Altbauten ist zum zentralen Treiber der Branche geworden. Aktuelle Daten des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) und des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) verdeutlichen den strukturellen Wandel zwischen dem Bilanzjahr 2025 und dem laufenden Jahr 2026.

 Die Marktlage im Sanierungsbestand und der Strukturwandel

Im Jahr 2025 verzeichnete der Gesamtmarkt für wasserführende Wärmeerzeuger mit 627.000 abgesetzten Geräten einen Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr und markierte den tiefsten Stand seit 15 Jahren. Trotz dieser allgemeinen Kaufzurückhaltung, die Branchenexperten auf die politische Verunsicherung rund um das Gebäudeenergiegesetz zurückführen, vollzog sich im Altbau eine fundamentale Trendwende. Ungefähr 90 Prozent des gesamten Heizungsabsatzes fließen mittlerweile direkt in die energetische Sanierung des Bestands.

Bei den Wärmepumpen liegt dieser Wert inzwischen bei über 80 Prozent, was das Vorurteil widerlegt, die Technologie sei nur im Neubau wirtschaftlich einsetzbar. Klassische Gas- und Ölheizungen werden dagegen fast nur noch als reiner Havarie-Austausch bei defekten Altanlagen im Bestand verbaut. Ihr Anteil am Sanierungsgeschäft liegt bei 95 Prozent für Gas und annähernd 100 Prozent für Öl. Im Laufe des Jahres 2025 kam es zum sogenannten X-Moment, bei dem die Wärmepumpe im Kalenderjahr mit 299.000 Einheiten erstmals den klassischen Gas-Heizkessel überholte und die Marktführerschaft übernahm.

 Die Trendwende im Spiegel der Marktdaten

Nach zwei eher von Abwarten geprägten Krisenjahren zeigen die Absatzzahlen für das erste Quartal 2026 eine spürbare Belebung. Zwischen Januar und März 2026 setzten die Hersteller insgesamt 171.500 Wärmeerzeuger ab, was einem Zuwachs von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Dieser Aufschwung wird fast vollständig von der nachhaltigen Modernisierung getragen. Von den 24.500 zusätzlich verkauften Heizungen entfielen rund 87,8 Prozent auf das Segment der Heizungs-Wärmepumpen. Diese bauten ihre Marktführerschaft im ersten Quartal 2026 weiter aus und erreichten mit 83.500 Einheiten einen Marktanteil von 48,7 Prozent. Gasheizungen stabilisierten sich mit einem leichten Plus von 5 Prozent auf niedrigem Niveau, während der Absatz von Biomasseanlagen wie Pelletheizungen leichte Effekte einer Markterholung aufweist

 Heiztechnologien: Absatzentwicklung 2025 und 1. Quartal 2026

Heiztechnologie Gesamtjahr 2025: Absatz absolut Veränderung gegenüber 2024 1. Quartal 2026: Absatz absolut Veränderung gegenüber Q1 2025
Gesamtmarkt 627.000 Stück −12 Prozent 171.500 Stück +16 Prozent
Wärmepumpen 299.000 Stück +55 Prozent 83.500 Stück +34,7 Prozent
Gas-Heizkessel 276.500 Stück −33 Prozent 76.500 Stück +5 Prozent

 Perspektiven und staatliche Förderimpulse für das Gesamtjahr 2026

Der anhaltende Modernisierungsbedarf im deutschen Gebäudebestand bietet erhebliche Wachstumspotenziale, da weiterhin über 40 Prozent der installierten Heizungsanlagen als energetisch veraltet gelten. Die stabile Ausgestaltung der Bundesförderung für effiziente Gebäude über die KfW stützt diese Entwicklung im Jahr 2026. Im Frühjahr verzeichneten die Förderanträge für den Heizungstausch einen Zuwachs von 28 Prozent.

Da zwischen der Förderzusage und der tatsächlichen Installation durch das Handwerk ein zeitlicher Verzug von rund sechs Monaten liegt, sichern diese Anträge vor allem die Auftragspipeline für das zweite Halbjahr 2026. Für das gesamte Jahr 2026 prognostiziert der BWP im konservativen Basisszenario einen Absatz von rund 330.000 Wärmepumpen. Bei einer Verbesserung des Strom-zu-Gas-Preisverhältnisses hält der Verband in einem ambitionierten Zielszenario sogar bis zu 410.000 Geräte für realisierbar.

 Weitere Informationen und Quellen:

  • Bundesverband Wärmepumpe (BWP) – Branchenstudie 2026 (PDF-Datei; Link)
  • TGA Fachplaner – Absatzstruktur wasserführender Wärmeerzeuger Q1-2022 bis Q1-2026 (Link)
  •  Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) – Jahresbilanz: Heizungsabsatz fällt auf niedrigsten Stand seit 15 Jahren (Link)